Freitag, November 25, 2011

Culture Assessment-Teil 4 Die Wanderkultur

Als 4. und letzte der Unternehmenskulturformen wollen wir heute die Wanderkultur vorstellen.

Von einer Wanderkultur spricht man, wenn es im Unternehmen nicht vorgesehen ist, dass die Mitarbeiter sich dort jahrelang aufhalten. Vielmehr legt man Wert auf ständig frisches Personal mit neuen Ideen und möglichst bescheidenen Gehaltswünschen. Das Unternehmen ist einer Karawanserei vergleichbar. Mitarbeiter fangen an, bleiben drei bis maximal fünf Jahre und ziehen weiter. Die einzig stabilen Faktoren sind meist der Gründer
und seine Sekretärin. Nicht selten brüsten sich solche Unternehmen mit dem Hinweis auf ein sehr niedriges Durchschnittsalter der Mitarbeiter. Das soll für Modernität und Flexibilität stehen. Tatsächlich wird in den meisten Fällen sehr traditionell und patriarchalisch geführt.
Typische Wanderkulturen gibt es in der Werbebranche, in Fast-Food-Ketten, in großen Hotels, in Unternehmensberatungen mit begrenztem Markterfolg (wenn Dschungel- und Stadtkultur nicht erreicht werden), in Psychosekten und in den neuen Minifirmen rund um TV-Sender bzw. Shows.
Vorteil der Wanderkultur ist die hohe Beweglichkeit am Markt. Außerdem haben Mitarbeiter gute Chancen, über ihr Fachgebiet hinaus viel Erfahrung für ihre berufliche Zukunft zu sammeln. Die Stimmung in diesen Unternehmen ist meist fröhlich, kollegial und optimistisch. Alle sind gleich jung, haben ähnliche Ziele und möchten Spaß bei der Arbeit.
Nachteil der Wanderkultur ist die berufliche und oft auch soziale Unsicherheit. Häufig sind Mitarbeiter nur freiberuflich eingestellt und können von einem Tag auf den anderen wieder auf der Straße stehen. In den entsprechenden Branchen wird firmenübergreifend viel getratscht. Niederlagen von Einzelpersonen sprechen sich schnell herum und mindern den persönlichen Marktwert. Ein anderer Nachteil kann sein, dass Firmen oft ebenso schnell vom Markt wieder verschwinden, wie sie vor wenigen Jahren aufgetaucht sind. Teamwork wird in Wanderkulturen besonders groß geschrieben. Man lebt tatsächlich Kollegialität und die möglichst vorurteilsfreie Zusammenarbeit auf gemeinsame Ziele hin. Personen mit verschiedenen Fachgebieten arbeiten Hand in Hand und begegnen sich mit offener Freundlichkeit. Man denke nur daran, wie bei einer TV-Produktion Beleuchter und
Kostümbildner, Schauspieler und Tontechniker, Kameraleute und Requisiteure in Teams zusammenarbeiten. Auch Stress, Wutausbrüche und sogar Beschimpfungen führen nicht zu dauerhaften Feindschaften. Eine Zusammenarbeit quer über die Grenzen von Hierarchien, Fachgebieten und Gruppen hinweg wäre zum Beispiel in der Stadtkultur der Deutschen Bank oder bei Siemens undenkbar.
Vieles, was in der Wanderkultur mit gemeinsam gerauchten Zigaretten oder gemeinsam geleerten Sektflaschen einfach weggespült wird, bedarf in der Stadtkultur ernster Krisengespräche mit Anklagen, Beweisführungen, Schuldermittlungen und Genugtuungen. In der Dorfkultur würden solche Vorkommnisse zum Rausschmiss führen, in der Dschungelkultur zu neuen Grabenkriegen und Intrigen. Trotzdem sollte man nicht auf die Scheinfröhlichkeit und Scheinkollegialität der Wanderkultur hereinfallen. Hinter der schönen Fassade der progressiven Welt wird mit harten Bandagen gekämpft. Jeder weiß, dass man nur wenige Jahre Zeit hat, dieses Leben zu genießen, und dass nicht jeder den Sprung in eine gesicherte berufliche Laufbahn
schafft.
Statt sich auf Teamgeist zu verlassen, sollte man lieber Beziehungen innerhalb der Branche aufbauen, so viele Leute wie nur möglich auch in anderen Unternehmen kennen und immer genau wissen, wer gerade wo welche Position oder Machtstellung hat. Außerdem muss man oberflächlich und diszipliniert genug sein, um auch mit Menschen ganz wundervolle Beziehungen zu pflegen, die man in Wirklichkeit nicht ausstehen kann.

Quelle: Hedwig Kellner: Die Teamlüge. Von der Kunst, den eigenen Weg zu gehen, Eichborn Verlag Frankfurt 1997 - ISBN 3-8218-0506-4

Dienstag, Oktober 25, 2011

Ein Schaden, 2 Handwerker, Einblick in volles Repertoir der Kundenzufriedenheit

Im Frühjahr dieses Jahres hatten wir in unserer Wohnung auf Grund eines Unwetters und einer undichten Glasfront zur Terrasse einen dementsprechenden Wasserschaden.

2 Firmen waren mit der Reparatur der Schäden bis einschließlich heute (mit dementsprechenden Pausen) beschäftigt. Im Grunde genommen, nichts besonderes, wären da nicht 2 vollkommen unterschiedliche Firmen am Werk gewesen.
Auf der einen Seite das Extrem der absoluten Kundenbegeisterung: 
  • Klare Aufklärung über die Schadensbehebung 
  • Präzise Terminauskünfte 
  • Pünktlichkeit 
  • Freundliche, zuvorkommende und mitdenkende Mitarbeiter 
  • Genaue Arbeit und somit ALLES WIEDER OKAY! 
Und auf der anderen Seite das Extrem des absoluten Kundenstrapazierbarkeitstests: 
  • Unklare Aufklärung bei der Schadensbesichtigung 
  • Reaktiver Start der Arbeiten, nachdem der Kunde schreit 
  • Mehrmaliges "Verpassen" des Arbeitsbeginns, sprich die ausgemachten Termine wurden nicht eingehalten 
  • Unkommunikative Mitarbeiter, unfreundlich kann man nicht sagen, da versucht wurde "nicht zu kommunizieren" 
  • Wenig bis kein Mitdenken bei der Arbeit, was könnte dem Kunden wohl gefallen bzw. nicht gefallen? 
  • Durchschnittliche Arbeit am Kundenwunsch vorbei und somit NIE WIEDER! 
Für uns, die wir mit Teammotivation, Kundenorientierung, Mindset usw. tagtäglich arbeiten, ist so eine Fallstudie ja echt ein Geschenk. Wenn es nicht meine eigene Wohnung wäre und ich mir die mangelhafte Arbeit ab jetzt täglich ansehen müsste ...

Montag, Oktober 24, 2011

Culture Assessment-Teil 3 Die Stadtkultur

Im heutigen 3. Teil der Serie "Formen der Unternehmenskultur" wollen wir die stark verbreitete Stadtkultur beleuchten.
Stadtkulturen werden meist dann entwickelt, wenn dem Gründer endlich bewusst wird, dass sein Unternehmen inzwischen groß ist und sich vom familiären Dorf zu einem undurchsichtigen und letztlich auch ineffizienten Dschungel entwickelt hat. Die Stadtkultur ist die dritte Entwicklungsstufe eines erfolgreichen und stetig wachsenden Unternehmens. Allerdings müssen fast immer erst Erfolgsknicke dem Gründer vor Augen führen, dass das liebgewordene Chaos nicht mehr zu halten ist. 
Die Entwicklung von der Dschungel- zur Stadtkultur erfolgt in langsamen Schritten. Irgendwann werden plötzlich die ersten Formulare eingeführt: Arbeitsnachweise, Urlaubsanträge, Bestellzettel für Material oder Ressourcen, Reisekostenabrechnungsformulare...

Danach werden Regeln definiert wie zum Beispiel:
  • Firmenwagen gibt es nur noch für Geschäftsführer oder Vertriebsmitarbeiter.
  • Für jeden neuen Mitarbeiter gilt eine sechsmonatige Probezeit.
  • Jede Führungskraft muss einmal im Jahr ein Beurteilungs- und Fördergespräch mit jeden Mitarbeiter durchführen.
  • Blumenschmuck, Büromaterial, Tickets etc. dürfen nur noch bei bestimmten Anbietern gekauft oder bestellt werden.
  • Alle Präsentationsfolien müssen in einheitlichem Format hergestellt werden.
  • Alle Projekte sind nach einheitlichem Phasenmodell abzuwickeln.
  • Für Angebote muss eine vorgeschriebene Gliederung eingehalten werden.
  • Konferenzräume sind vorab im Sekretariat zu reservieren.

Danach werden Beschränkungen eingeführt:
  • Niemand darf mehr als zwei Seminare im Jahr besuchen.
  • Nur noch Kaffee und Teebeutel sind frei. Kalte Getränke und Plätzchen gibt es für Kunden oder andere Besucher.
  • Kosten für Hotelübernachtungen dürfen einen bestimmten Betrag nicht mehr überschreiten.
  • Für private Gespräche vom Diensttelefon aus ist eine bestimmte Vorwahl einzugeben.
  • Das bisherige Recht auf freie Arbeitszeitgestaltung wird auf eine Mindestkernzeit mit Anwesenheitspflicht eingeschränkt.
Danach werden neue Stellen und Abteilungen eingeführt: Personalchef mit Sekretärin, Servicebüro für die PC-Unterstützung, Marketingabteilung, Ausgliederung der Reisekostenabrechnung aus der Buchhaltung etc.

Es wird bewusst, dass das Unternehmen auch zum Markt hin ein einheitliches Profil braucht. Man setzt Mitarbeiter oder ausgediente Führungskräfte daran, sich um Dinge zu kümmern wie: strategische Unternehmensziele, Corporate Identity, TQM (Total Quality Management) oder Normierung nach EN ISO 9000, Öko-Zertifizierung...

Während dieses Verstädterungsprozesses zieht sich der Firmengründer allmählich aus dem operativen Geschäft zurück. Er wird Kunst- oder Sozialmäzen, geht in die Politik, betreibt Privatforschung …

Ältere Mitarbeiter und vor allem die Sekretärin der ersten Stunde werden mehr und mehr bösartig, verbittert oder kränkelnd, weil sie mit jeder Neuerung deutlich erkennen, dass sie eigentlich in diese modernen Strukturen nicht hineinpassen. Außerdem fühlen sie den Neid derer, die nach ihnen kamen, höhere Studienabschlüsse aufzuweisen haben und trotzdem nur einen Bruchteil dessen verdienen, was "die alte Garde" sich rechtzeitig gesichert hat.

Jüngere Mitarbeiter kennen den Firmengründer gar nicht mehr. Sie haben auch keine Ahnung, ob der noch lebt, das Unternehmen seinen Namen trägt oder die Firmenbezeichnung ein Kunstwort ist.

Die Vorteile der Stadtkultur sind:
  • Alles ist geregelt. Das gestattet Mitarbeitern und Führungskräften eine gewisse "Rechtssicherheit" im Unternehmen. Niemand ist mehr wie früher der Willkür und den Launen seines Chefs ausgeliefert.
  • Nach außen zeigt sich das Unternehmen einheitlich und kann sich am Markt so besser positionieren.
  • Der Kundenservice ist verlässlich geregelt.
  • Gehaltsstrukturen und Aufstiegschancen sind durchschaubar und gerechter als zuvor.
  • Informationen sind schnell und einfach zu bekommen oder an die richtigen Adressaten zu versenden.
  • Das Privatleben wird kaum noch durch das Berufsleben belastet. Es gibt keine "moralische" Verpflichtung zu unbezahlten Überstunden. Man muss auch nicht mehr die gleiche Weltanschauung vertreten oder simulieren wie der Gründervater.
Die Nachteile der Stadtkultur sind ihre Seelenlosigkeit, die Anonymität und die Unmöglichkeit, durch Leistung schnell aufzusteigen. Statt dessen muss man mühselig vorgeschriebene Karrierestufen abarbeiten. Außerdem wird es immer schwieriger, für neue Ideen Interessenten zu finden. Das Unternehmen wird behördenähnlicher, verkrusteter und ineffizienter.
Innerhalb einer Stadtkultur scheitert echte Teamarbeit oft an starren Hierarchien und an der häufig zu beobachtenden Feindseligkeit zwischen einzelnen Abteilungen. Übergreifende Teams mit gleichrangigen und sich respektierenden Mitgliedern, die gemeinsam bestimmte Ziele erreichen sollen, sind rar. Wenn zum Beispiel eine neue EDV-Ausstattung für die Buchhaltung eingeführt wird, dann kommt es im Projektteam zwischen den Kollegen aus der Datenverarbeitung und denen aus der Buchhaltung oft unweigerlich zu Streit. Bis ein neues Produkt an den Markt gebracht wird, knallt es erst einige Male zwischen den Entwicklungsabteilungen und dem Vertrieb.

Abteilungsdenken, Gruppenegoismus und Hierarchiebarrieren verhindern gut gemeinte Ansätze zur Teamarbeit. Statt dessen gibt es innerhalb von Abteilungen oder Hieararchieebenen Cliquen bzw. Elitegrüppchen.

Potenzielle Mitarbeiter einer Stadtkultur müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass sie sich berufliche Begeisterung oder agile Karrierelust abschminken können, wenn sie in ein entsprechendes Unternehmen einsteigen. Man muss schon eine gewisse Behördenmentalität und Neigung zu festen Regeln und Bürokratismus mitbringen, um sich dort richtig wohl zu fühlen.

Quelle: Hedwig Kellner: Die Teamlüge. Von der Kunst, den eigenen Weg zu gehen, Eichborn Verlag Frankfurt 1997 - ISBN 3-8218-0506-4

Dienstag, Oktober 04, 2011

Culture Assessment-Teil 2 Die Dschungelkultur

Im 2. Teil zum Culture Assessment wollen wir die Dschungelkultur vorstellen, die in vielen der Internet-Firmen etc. so richtig auflebt.

Ganz anders als die Dorfkultur ist die Dschungelkultur. Hier kennt nicht mehr jeder jeden. Die Geborgenheit einer überschaubaren Gemeinschaft gibt es nicht. Im Gegenteil, die Strukturen und Beziehungen, die Regeln und Vorschriften, die Macht- und Ohnmachtsverhältnisse sind verworren und lassen sich auch nicht klären. Wenn man gerade glaubt, nun kenne man die Zusammenhänge, hat sich schon wieder alles verschoben.
Dschungelkulturen sind häufig Entwicklungen aus ehemaligen Dorfkulturen. Man kennt sie von Unternehmen, die erst vor wenigen Jahren von "Gründervätern" oder "Gründermüttern" ins Leben gerufen wurden und dann rasant wuchsen und ständig neue Mitarbeiter integrieren mussten, während gleichzeitig der Gründer sich gegen Bürokratismus und klar definierte Strukturen (z.B. Organigramm) sperrt. Der Gründer hält am Traum seiner gemütlichen Dorfkultur fest, ist jedoch zugleich vom Erfolg gezwungen, so viele Menschen um sich zu scharen, dass Stadtgröße erreicht wird.
Beispiele für Dschungelkulturen waren und sind zum Teil die rasant gewachsenen Software-Häuser, Internet-Firmen, Unternehmensberatungen, Reisegesellschaften, Öko-Bewegungen, neue Modehersteller und neue Restaurantketten.

Typische Nachteile der Dschungelkultur sind:
  • Chaotische Verwaltung bis hin zu vergessenen Rechnungen an Kunden.
  • Ob Mitarbeiter bei Verlassen des Unternehmens gute oder schlechte Zeugnisse bekommen, hängt von der aktuellen Laune oder von der Formulierungsfähigkeit des jeweiligen Vorgesetzten ab.
  • Die Gehaltsstrukturen sind vollkommen chaotisch. Jeder Mitarbeiter muß für sich selbst alles herausholen. Wer am besten für sich kämpfen kann, verdient am meisten.
  • Führungskräfte sind untereinander in Kämpfe und tückische Strategien verwickelt, weil keiner sich auf die Stabilität seines Postens verlassen kann.
  • Es gibt weder Organigramme noch Stellenbeschreibungen, noch Leistungsnachweise, Spesenregelungen, Unterschriftsregelungen, Urlaubsplanungen...
  • Es gibt sehr engagiert arbeitende Mitarbeiter, die kaum jemand bemerkt.
  • Es gibt Faulpelze, die auch kaum jemand bemerkt.
  • Es gibt dominante und vorlaute Mitarbeiter, die zwar nicht das meiste zum Unternehmenserfolg beitragen, innerhalb der Organisation jedoch gut vorankommen.
  • Es gibt viele Verbitterte und Enttäuschte, die sich benachteiligt fühlen.
  • Es gibt viele Ängstliche, die verzweifelt versuchen, das Chaos zu durchschauen und herauszufinden, was eigentlich erlaubt und was verboten ist.
  • Es gibt zuviel Filz, Intrigen, Machtkämpfe und Geheimbünde.
  • Informations- und Kommunikationswege sind nicht geregelt. Ob jeder mit den notwendigen Informationen versorgt wird, hängt von Zufällen ab und vom detektivischen Eifer des einzelnen.

Typische Vorteile der Dschungelkultur sind:
  • Relativ unbeschwert von langwierigen Genehmigungsverfahren können neue Ideen entwickelt und ausprobiert werden.
  • Leistungsfähige, kreative und energische Personen können ihre Fähigkeiten besser umsetzen und so schneller in höhere Positionen gelangen.
  • Unfähige oder faule Kollegen oder Vorgesetzte brauchen nicht auf Kosten aller mitgeschleppt werden.
  • Es ist vergleichsweise leicht, sich von einem ungeliebten Vorgesetzten zu trennen und bei einem anderen mitzuarbeiten.
  • Geschickte Verhandler und Menschenkenner können für sich persönlich relativ hohe Gehälter, Dienstwagen etc. herausholen.
  • Es erhält tatsächlich jeder die Chance, durch Leistung oder geschicktes Manövrieren ganz nach oben aufzusteigen (allerdings auch das Gegenteil).
  • Innerhalb der Dschungelgesellschaft existieren Inseln von sehr gut arbeitenden Teams. Personen mit gleichen Zielen und harmonierenden Charakteren finden sich und entwickeln neue Produkte oder Strategien.

Dennoch gibt es innerhalb von Dschungelkulturen "Teams", die sich "Räuberbanden" ähnlich gebärden und gemeinsam Ränke schmieden, Ideen von weniger kämpferischen Kollegen klauen und sich gegenseitig darin unterstützen, die anderen unter ihre Kontrolle zu bringen.

Jedem potentiellen Mitarbeiter einer Dschungelkultur ist zu raten, sich gut zu überlegen, ob er wirklich in diese undurchsichtige, tückische und auf Überlebenskampf eingestellte Gesellschaft eintreten will. Gute Leistung, freundliches Wesen und Gehorsam gegenüber dem Chef bringen innerhalb einer Dschungelgesellschaft mehr Stress als Erfolg.
Man muss Spaß am Chaos und am beruflichen Risiko haben, um in der Dschungelgesellschaft glücklich und erfolgreich zu sein. Wer immer nur fordert: "Hier müssen doch mal Strukturen klargestellt werden!", der sollte sich lieber für die Stadtkultur entscheiden.

Quelle: Hedwig Kellner: Die Teamlüge. Von der Kunst, den eigenen Weg zu gehen, Eichborn Verlag Frankfurt 1997 - ISBN 3-8218-0506-4

Mittwoch, September 07, 2011

Culture Assessment-sind wir richtig aufgestellt



  • Passen ich in diese Organisation?
  • Wie ist unser Team aufgestellt?
  • Haben wir die Ausrichtung, die für unseren Job notwendig ist?
  • usw.

All das sind Fragen, die sich viele Teamleiter und Teammitglieder immer wieder stellen.
Die deutsche Trainerin und mehrfache Buchautorin hat 1997 mit dem Buch "Teamlüge" (ISBN 3-8218-0506-4) das Thema Unternehmenskulturformen in einer Form beleuchtet, die wir als Modell heranziehen in unseren Workshops, um Mitarbeitern ihr Unternehmen und  ihre persönliche Situation darin transparent machen.

Im wesentlichen unterscheidet Fr. Kellner  vier "Unternehmenskulturen". 
Sie hängen von der jeweiligen Größe ab, vom Führungsstil, von der Branche und den in ihr üblichenVerhaltensweisen.


Die vier typischen "Unternehmenskulturen" sind:
Dorf-, Dschungel-, Stadt- und Wanderkultur.


Basierend auf Fr. Kellners Typenanalyse haben wir ein spezielles Culture-Assessment entwickelt, welches wir in unseren Workshops zum Einsatz bringen.
Was so einfach klingt, ist dann doch nicht immer selbstverständlich. Nicht jeder Typ passt in jedes Unternehmen! So wäre ein Job für einen Internet-Guru oder Kreativgeist in einer kleinen Werbeagentur bei einem "verstaatlichten" Großkonzern vermutlich nicht lange von Erfolg gekrönt ...
Wir möchten in diesem Blog zum einfacheren Verständnis die 4 Kulturen nacheinander vorstellen.
Heute beleuchten wir die Dorfkultur:

Von einer Dorfkultur spricht man, wenn ein Unternehmen mit einem traditionellen Dorf
Ähnlichkeiten aufweist. Zum Beispiel kleine Handwerksbetriebe, Gaststätten, Kaufhäuser oder auch Neugründungen, die sich noch in der Anfangsphase befinden, leben oft eine Dorfkultur. 
Merkmale sind:

  • Jeder kennt jeden.
  • Man hilft sich gegenseitig und nimmt auch Rücksicht auf private Belastungen.
  • Die Führung erfolgt patriarchalisch durch den Chef ("Bürgermeister").
  • Die Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Betrieb und wissen auch, was und wie die Kollegen arbeiten, die völlig anderen Aufgaben nachgehen.
  • Ältere Kollegen, die nicht mehr so mithalten können, werden aus familiärer Solidarität mitgeschleppt.
  • Jüngere Kollegen müssen sich den älteren unterordnen.
  • Es gibt kaum Bürokratie.

Die Vorteile einer Dorfkultur sind menschliche Wärme, Geborgenheit und eine offene,
unkomplizierte Kommunikation der Kollegen untereinander und des Vorgesetzten mit den Mitarbeitern.
Die Nachteile können sein: Man hält viel zu lange an Traditionen und alten Zöpfen fest.
Häufig fehlen der frische Wind und die Fähigkeit, sich neuen Marktgegebenheiten
anzupassen. Die Arbeit und die Kommunikation können so informell und spontan
erfolgen, daß sich rasch eine gewisse Ineffizienz einschleicht. Der Chef ist absoluter Fürst. Sein Wort gilt. Von den Mitarbeitern wird Unterwerfung verlangt. Das kann bis zur (tatsächlichen oder vorgetäuschten) Annahme seiner politischen und religiösen oder sonstigen Einstellungen sein. Die Einmischung in private Lebensverhältnisse kann sehr weit gehen: Ein katholischer Elektriker wirft seinen geschiedenen Gesellen bei Wiederheirat hinaus. Ein linker Zeitungsverleger feuert seinen Redakteur, weil der sich taufen ließ.
Für Mitarbeiter bedeutet die Dorfkultur, daß eine echte Teamkultur kaum möglich ist. Menschliche Wärme und liebevoller Umgang können das Arbeitsleben sehr angenehm machen. Dafür muß man allerdings bereit sein, sich dem "Bürgermeister" (und eventuell sogar dessen Ehepartner oder Sekretärin) unterzuordnen. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass es unter den Kollegen stets Tratsch und Petzerei gibt. Man weiß zu viel voneinander, und jeder möchte vor dem Chef gut dastehen. Dass souveräne Teams von Fachleuten gemeinsam neue Strategien oder Ideen entwickeln, kommt kaum vor. Üblich ist, dass der Chef "seine Leute" auf bestimmte Posten setzt, und da macht jeder, was seine Pflicht ist.
Aber wie gesagt: Menschlich kann es sehr angenehm sein.
Dorfkultur: menschliche Wärme bei patriarchalischer Führung


Quelle: Hedwig Kellner: Die Teamlüge. Von der Kunst, den eigenen Weg zu gehen, Eichborn Verlag Frankfurt 1997 - ISBN 3-8218-0506-4

Dienstag, August 09, 2011

SailingLog --- die beste iPhone/iPad Logbuch App für Seefahrer

Hallo liebe Segler, liebe Freunde, liebe Geschäftspartner, liebe Blog-Leser!

Es ist so weit! 
Jahrelang habe ich selbst nach einer brauchbaren iPhone/iPad App gesucht für den Ersatz des "lästigen" Papier-Logbuchs am Schiff. 

Nachdem mich keine der Apps befriedigen konnte, war der Entschluss klar, dass wir unsere eigene App - SailingLogprogrammieren.

Was war uns bei der Entwicklung von SailingLog wichtig?
  • Einfache Bedienung
  • Rasche Verfügbarkeit
  • Selbsterklärend für Seeleute
  • Unterwegs auf See sollen nicht mehr als 4 Tastendrucke notwendig sein und schon ist der Eintrag gespeichert
  • Übersichtlich
  • Törnbericht in standardisiertem Format zum Mailen für Archivierung, Meilenbestätigungen etc.

Ab sofort ist SailingLog verfügbar!!!!

Nun die Bitte an alle Segler, ladet Euch die App runter, testet sie und VOR ALLEM BITTE BITTE BEWERTET SIE!!!!!!
Und natürlich freuen wir uns auch über jede Weiterempfehlung!

DANKE!

Montag, Juli 18, 2011

Danke an die Sponsoren

Liebe Sponsoren!
video

Im Namen aller Mitreisenden möchte ich mich mit den Foto & Video-Impressionen (http://www.teamspende.at/Teams_spenden_fuer_einen_guten_Zweck/Fotos%26Videos.html) und einem Bericht der Pädagogischen Leiterinnen (http://blog.active-concepts.at/2011/07/herzenswunsch-2011-ein-ruckblick-der.html) herzlich für das Ermöglichen dieses für alle so tollen Erlebnisses bedanken.

Ich habe echt einige Tage gebraucht, bis ich diesen Blog verfassen konnte. Es war 2010 schon ein tolles Erlebnis die Jugendlichen auf einem Schiff zu begleiten, aber was wir dieses Jahr erlebt haben, war einfach Extraklasse!!!!

So viel Freude, Spaß, Begeisterung und auch Tränen beim Abschied-das alles kann ich Ihnen/Euch, die dies ermöglicht haben, leider nur bedingt vermitteln, aber ich denke, dass die Bilder und Videos doch für sich sprechen! 
Wie Susanne und Regine im Blog schreiben, es war schon extrem schön zu beobachten, wie die Kinder und Jugendlichen mit der Fortdauer der Reise entspannter und gelöster wurden. Die Nähe und Liebe, die sie quasi Fremden wie uns entgegenbrachten. 

Darüber hinaus haben sie ein Erlebnis haben dürfen, das für ALLE sicher unvergesslich bleibt. Und dafür möchten ich noch einmal herzlich DANKE sagen!

Ich möchte an dieser Stelle auch wieder den Begleitern seitens ACTIVE CONCEPTS, Peter und den beiden Direktoren der A1 Telekom Austria Jochen und Martin herzlichst danken, denn es bedeutet schon einiges, wenn man 1 Woche seines Urlaubes und so viel Energie für eben dieses Projekt aufzubringen bereit ist. 

Ausblick in Richtung 2012:
Nach den tollen Erfahrungen der beiden Jahre wird jetzt schon im Kinderdorf die eine oder andere Hoffnung ausgesprochen, wer doch nächstes Jahr bei Projekt Herzenswunsch mitfahren darf .... An dieser Stelle hoffen wir natürlich ganz stark, dass Sie/Du uns dabei vielleicht wieder helfen können/kannst. 
SPRICH DAS SPENDENKONTO IST FÜR DAS PROJEKT HERZENSWUNSCH  2012 BEREIT!

Mittwoch, Juli 13, 2011

Herzenswunsch 2011 - Ein Rückblick der pädagogischen Leiterinnen

Als wir am Sonntag den 03.07.11 in Wien den Bus nach Murter bestiegen, hatten wir keine genaue Vorstellung davon, was uns auf dieser Segelwoche erwarten würde. Rückblickend waren die Erlebnisse mit unseren Kinder und Jugendlichen einzigartig. Wir hatten Momente, die sehr berührend waren, beispielsweise das Schwimmen in einer Bucht, mit der Musikuntermalung von „Queen“. Selten haben wir unsere Kinder so glücklich und ausgelassen erlebt. Enorm war auch die Entwicklung, die einzelne TeilnehmerInnen durchmachten und das in dieser kurzen Zeit. In den ersten Tagen war noch Unsicherheit in der neuen Umgebung spürbar. Doch ab dem 3.Tag hatten sich alle gut eingelebt und man merkte mehr und mehr wie die Kinder sich entspannten und sich immer sicherer am Boot bewegten. Es entstand ein Zusammengehörigkeitsgefühl der unterschiedlichen Altersgruppen und trotz der Enge an Bord kam es nie zu konflikthaften Situationen zwischen den TeilnehmerInnen. Schön war zu sehen über welche soziale Kompetenz unsere Kinder und Jugendlichen, trotz ihrer häufig schwierigen Vergangenheit, verfügen. Die „Entschleunigung“ die auf dieser Reise entstanden ist, hat spürbare Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Ausgeglichenheit aller.
Auch bei der Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben am Schiff waren wir überrascht welche Fähigkeiten in unseren Kindern und Jugendlichen stecken. Die Erfolgserlebnisse die die TeilnehmerInnen in dieser Woche hatten sind einzigartig, weil sie nur in dieser Umgebung stattfinden konnten. Die Erfahrung der Kinder und Jugendlichen sich als kompetentes und wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft, in der jede und jeder seinen Beitrag leisten muss, erleben zu können, hat sicherlich nachhaltige Auswirkungen auf ihre weitere Entwicklung. Der Abschied von unseren Skippern war sehr emotional – dies zeigt auch welch große Verbundenheit in dieser kurzen Zeit entstanden ist. Schon nach einer halben Stunde Busfahrt haben einige Kinder angefragt ob sie nächstes Jahr wieder mitfahren dürfen. Bei einer Teilnehmerin gab es sogar Tränen da sie „ihren Captain“ bereits vermisste. Wir bedanken uns nochmals herzlich bei unserer Crew und allen Spendern, die diese einmalige Reise möglich gemacht haben.



Susanne Biri und Regine Gaber

Sonntag, April 24, 2011

Haben wir das Lachen verlernt?


Ein Mann fliegt einen Heißluftballon und bemerkt, dass er die Orientierung verloren hat. Er reduziert seine Höhe und macht schließlich einen Mann am Boden aus. Er lässt den Ballon noch weiter sinken und ruft: "Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich versprach meinem Freund, ihn vor einer halben Stunde zu treffen, aber ich weiß nicht, wo ich mich befinde!"

Der Mann am Boden sagt: "Ja. Sie befinden sich in einem Heißluftballon. Ihre Position ist zwischen 40 und 42 Grad nördliche Breite, und zwischen 58 und 60 Grad westliche Länge."

"Sie müssen Ingenieur sein", sagt der Ballonfahrer.

"Bin ich", antwortet der Mann. "Woher haben Sie das gewusst?"

"Sehen Sie", sagt der Ballonfahrer, "alles, was Sie mir gesagt haben, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit den Informationen anfangen soll, und ich weiß immer noch nicht, wo ich bin."

Der Ingenieur sagt daraufhin: "Sie müssen ein Manager sein."

"Bin ich", antwortet der Ballonfahrer, "woher haben Sie das gewusst?"
"Sehen Sie", sagt der Ingenieur, "Sie wissen nicht, wo Sie sind, oder wohin Sie gehen. Sie haben ein Versprechen gegeben, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können, und Sie erwarten, dass ich Ihnen dieses Problem löse. Tatsache ist: Sie befinden sich in exakt derselben Position, in der Sie waren, bevor wir uns getroffen haben, aber irgendwie ist jetzt alles meine Schuld."

Können Sie über den Witz lachen? Egal, ob er Ihrer Meinung nach gut oder schlecht ist, Fakt ist, dass wir Erwachsenen das Lachen verlernt haben.
Das Instituts für Humorforschung in Palo Alto fand nämlich heraus, dass Kinder 400-mal am Tag lachen. Erwachsene nur 15-mal. In den fünfziger Jahren lachten die Leute insgesamt noch täglich 18 Minuten lang. Heute sechs. 

Aber wieso das? In Wikipedia nachgeschlagen fand ich zum Thema Lachen:
Lachen ist ein angeborenes Ausdrucksverhalten des Menschen, das nicht nur, aber vor allem in der Gemeinschaft mit anderen seine Wirkung entfaltet. Lachen ist die natürliche Reaktion eines gesunden Menschen auf komische oder erheiternde Situationen, erscheint aber auch als Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren oder zur Abwendung drohender sozialer Konflikte sowie als Abwehrmechanismus gegen spontane Angstzustände.

Aus gesundheitlicher Sicht stärkt Lachen Lunge und Herz, stärkt das Immunsystem, Schmerzempfindung wird verringert, die Zahl der Stresshormone im Blut (Adrenalin und Kortisol) nimmt ab, Glückshormone (Endorphine) hingegen werden ausgeschieden, Entspannung setzt ein und auch die Verdauung wird angeregt.

Warum können Erwachsene nicht mehr lachen?
Für mich ist es immer wieder spannend, Passanten in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Ihren PKWs oder einfach beim Spazieren gehen zu beobachten. Nur sehr selten sehe ich dabei in "fröhlich" wirkende Gesichter. Egal ob konzentriert, nachdenklich oder doch entspannt, Fröhlichkeit erlebe ich nur ganz selten. Fast alle erwecken den Anschein, als ob, schon wieder Montag nach einem vierwöchigen Urlaub ist, was zugegeben, nur sehr selten Fröhlichkeit erzeugt. Und diese Volkskrankheit der Verbissenheit ist absolut ansteckend. Wenn ich in der Früh schon mit einem verbitterten Gesicht zuerst in der U-Bahn und dann im Büro sitze, werde ich genau die gleiche damit verbundene Energie bei meinem Gegenüber erzeugen. Wenn Sie das nicht glauben, dann probieren Sie doch gleich einmal das Gegenteil. Begegnen Sie den Mitfahrern in der U-Bahn mit einem zufriedenen Lächeln, agieren Sie im Büro mit einem (ehrlich gemeinten, von innen kommenden) Lächeln im Gesicht. Sie werden sehen, was Sie damit bewirken.

Glauben Sie es nicht, dann gehen Sie einfach auf einen Kinderspielplatz von Vorschulkindern oder in einen Kindergarten. So lange die vielfach schlecht gelaunten Eltern noch nicht Ihre Energie auf die Kinder übertragen haben an diesem Tag, werden Sie sehen, welch positive fröhliche Stimmung herrscht.

Also nehmen wir uns selbst, unsere "Probleme" und was sonst noch so passiert, doch nicht ganz so ernst und lasst uns mit einem fröhlichen Gesicht in den Tag gehen!

Samstag, März 19, 2011

Performing Teams // 10 Tipps

In unserer kostenlosen iPhone-App iTEAM beschreiben wir neben anderen wissenswerten Inhalten 10 "Tipps" für erfolgreiche Teams.


Für alle, die kein iPhone haben, oder unsere App nicht installieren wollen, führen wir diese 10 Punkte hier gesondert auf:

1. Gemeinsame Ziele

Jedes Team braucht Ziele, die von allen Mitgliedern getragen werden, da sonst jeder in eine andere Richtung läuft. Nur wenn gemeinsame Ziele bestehen, funktioniert Teamwork. Wenn jedes Teammitglied nur an die eigenen Ziele denkt, kann keine echte Zusammenarbeit entstehen.



2. Klare Strukturen, Aufgaben und Rollen
Die Rollen und Aufgaben müssen in einem Team klar verteilt und geklärt sein. Unklare Rollen führen zu Schnittstellenproblemen und damit verbundener ineffizienter Arbeit. Das heißt jedoch nicht, dass Rollen starr bleiben müssen. Schnittstellenprobleme sind klassische Effizienzkiller. Meist steckt keine Böswilligkeit dahinter, sondern durch die Fülle der Arbeit, wird nicht über die Art der Durchführung nachgedacht. Dies ist ähnlich wie die Geschichte vom Autofahrer, der keine Zeit hat, seinen spritlosen PKW zu betanken, nur weil er möglichst schnell die verbleibenden 200 Kilometer runterspulen will.

3. Offene Kommunikation, Vertrauen, Feedbackkultur
Nur wenn Offenheit und Vertrauen im Team herrschen, läuft die Kommunikation reibungslos. Nur dann können persönliche Schwierigkeiten offen besprochen werden und die Teammitglieder sind bereit, Risiken einzugehen. Teams, in denen Probleme in der Kaffeeküche oder am Gang zwar besprochen werden, aber nicht mit der betroffenen Person, sind häufig die Regel. Gerade das offene Ansprechen von persönlichen Problemen und Störungen haben viele nicht gelernt. Dies führt dazu, dass es in Teams viel Unausgesprochenes gibt, was die Teamleistung beeinträchtigt. Offenes Ansprechen verlangt jedoch eine funktionierende Feedbackkultur. Nur, wenn die Teammitglieder gelernt haben, Feedback „richtig“ zu geben (und zu empfangen), anstatt mit beschuldigender (meist verletzender) Kritik andere zu kompromittieren, wird die Kommunikation auch Früchte tragen.

4. Gemeinsame Verantwortlichkeit und Problemlösung
Bei Teamwork hat jeder die Mitverantwortung für das gemeinsame Ergebnis. Teamwork heißt nicht: "Toll ein anderer macht`s", sondern man übernimmt auch Verantwortung für das Arbeitsergebnis des anderen. Gemeinsame Probleme werden vom Team gelöst.

5. Gegenseitige Unterstützung
Ein wesentlicher Aspekt von Teamwork ist die gegenseitige Unterstützung. Ein Team kann nur dann sein Potenzial voll ausschöpfen, wenn Probleme gemeinsam gelöst werden und man sich gegenseitig bei der Aufgabenerfüllung hilft. Gut funktionierende Teams haben Weitblick und unterstützen sich untereinander. Teamwork bedeutet nicht, dass die restlichen Teammitglieder einfach zuschauen, wenn ein Teammitglied durch Arbeitsüberlastung zusammenbricht. Teamwork heißt, mitverantwortlich zu sein.

6. Zeit für die Teamfindung
Teams benötigen Zeit, um gemeinsame Normen, Rollenverteilungen und ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Sie sollten deshalb nicht in zu kurzem Rhythmus gebildet und wieder aufgelöst werden. Teammitglieder sollten nicht nach zu kurzer Zeit wieder ausgetauscht werden. Ein Team erlebt einen Reifungs- und Entwicklungsprozess, um seine volle Performance zu entfalten. In der Regel dauert ein solcher Prozess zwischen 6 und 12 Monaten.

7. Teamorientierte Führung
Es gibt keine ideale Form der Führung von Teams. Die Führung eines Teams orientiert sich am Reifegrad der Gruppe und an der aktuellen Arbeitssituation. Die Führungskraft kann die Teammitglieder in ihrem Reifegrad fördern und Entscheidungskompetenzen nach und nach an das Team übertragen. Ein Fehler vieler Vorgesetzter besteht darin, zu denken, durch Teamwork bräuchten Sie weniger zu führen. Manchmal ist gerade das Gegenteil der Fall. Jedes Team braucht einen klaren Rahmen und klare Ziele. Darüber hinaus braucht jedes Team einen Teamleiter (Führung). Die Entwicklung eines Teams ist eine Daueraufgabe, die ernst genommen werden muss.

8. Regelmäßige Teammeetings
Das Team trifft sich in regelmäßigen Abständen (1-2 wöchig). Je seltener sich ein Team trifft, umso häufiger treten Kommunikations- bzw. Abstimmungsprobleme auf. Teams leben durch die Kommunikation ihrer Mitglieder. Obwohl die Wichtigkeit von Teamtreffen eine Selbstverständlichkeit ist, gibt es viele Teams, bei denen regelmäßige Treffen nicht funktionieren.

9. Teambuilding-Workshops
Teams entwickeln sich in einem kontinuierlichen Lernprozess, in dem sie immer wieder mit neuen Problemstellungen und Herausforderungen konfrontiert werden und dabei lernen, diese zu meistern. Dieser Lernprozess kann durch Teambuilding-Workshops unterstützt und gefördert werden. In einem Teambuilding wird Teamwork trainiert und erfahrbar gemacht. Das Austragen von unausgesprochenen Konflikten ist eine notwendige Voraussetzung, damit Teams zur vollen Reife gelangen. Jede Art von Konfliktvermeidung blockiert die Energie im Team und geht damit der eigentlichen Teamaufgabe verloren. Der Teambuilding-Coach muss schnell den spezifischen "Teamengpass" für die Teammitglieder transparent machen und mit diesen bearbeiten. Solch Engpässe können in strukturellen und/oder zwischenmenschlichen Themen begründet liegen. Vertrauensbildung, Kommunikationsverbesserung sowie die Verkürzung der Teamfindungsphase (Kennenlernen) werden durch Teambuilding-Workshops ermöglicht.

10. Feiern von Teamerfolgen
Viel zu oft, wird das Erreichen von Zielen als "Erreicht-Abgehakt-Nächstes Thema" abgehandelt. Es ist jedoch notwendig, Zielerreichungen auch als solche zu betrachten und zu zelebrieren. Nur wenn gemeinsam gefeiert wird, sich das Team des Erfolges bewusst ist, können mögliche kommende Rückschläge auch verarbeitet werden.


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